Optionen & Steuern
Optionen sind Termingeschäfte, nicht Wertpapiere. Stillhalterprämien sofort steuerpflichtig, Optionsverluste seit JStG 2024 wieder im allgemeinen Topf.
Bei IBKR sind Optionen eines der beliebtesten Instrumente: Covered Calls, Cash-Secured Puts, Spreads. Steuerlich folgen sie eigenen Regeln. Wichtige Klarstellung: den früher gefürchteten separaten Termingeschäft-Topf mit 20.000 €-Grenze gibt es seit dem Jahressteuergesetz 2024 nicht mehr. Optionsverluste sind heute frei mit Dividenden, Zinsen und sonstigen Kapitalerträgen verrechenbar. Nur der Aktien-Verlusttopf bleibt isoliert.
- 1.Short Put eröffnet (1 Kontrakt, Strike 150)Prämie sofort vereinnahmt+250,00 $
- 2.Vereinnahmung in Euro (EZB-Kurs 1,08)§ 20 Abs. 1 Nr. 11 S. 1 EStG (Stillhalterprämie)+231,48 €
- 3.Verfall: Option läuft wertlos auskeine Glattstellung, kein neues Ereignis0,00 €
- 4.Saldo Stillhaltergeschäftfließt in Anlage KAP Zeile 19 als Kapitalertrag+231,48 €
- =→ Effektive Steuerlast26,375 % Abgeltungsteuer + Solica. 61,15 €
So entsteht der Eintrag in den KAP-Zeilen
BubbleTax klassifiziert jede IBKR-Optionsbuchung, ordnet das Ereignis (Open, Close, Verfall, Ausübung) zu und schreibt das Ergebnis in die korrekte KAP-Zeile des jeweiligen Steuerjahres.
- 01
Klassifikation per Asset-Typ: OPT, FOP, FSFOP. Stillhaltergeschäfte (Short Open) werden § 20 Abs. 1 Nr. 11 EStG zugeordnet, Long-Optionsergebnisse § 20 Abs. 2 Nr. 3 EStG.
- 02
Ereignis-Erkennung pro Buchung: Short Open (Prämie als Einnahme), Short Close über Glattstellung (negative Einnahme nach § 20 Abs. 1 Nr. 11 S. 2), Long Open/Close (Termingeschäft, Differenz steuerbar), Verfall Long (Verlust nach § 20 Abs. 4 S. 5 EStG), Stillhalter-Barausgleich (Verlust nach BMF Rn. 34), Ausübung (Prämie wandert in AK/Veräußerungspreis des Basiswerts).
- 03
EUR-Umrechnung pro Buchung zum EZB-Kurs des Buchungstages.
- 04
Aggregation pro Steuerjahr in die jeweils gültigen Anlage-KAP-Zeilen. Verrechnung im allgemeinen Topf, nicht im isolierten Aktien-Topf.
Optionsereignisse im Überblick
Pro Ereignis-Typ steht fest, wie es steuerlich behandelt wird. Erst auf Jahresebene wird saldiert: positives Netto landet in Zeile 19 als Kapitalertrag, negatives Netto zusätzlich in Zeile 22 als allgemeiner Verlust.
| Ereignis | Wirkung pro Buchung | Betrag | Steuerliche Behandlung |
|---|---|---|---|
| Short Open (Stillhalter, Prämie vereinnahmt) | + Einnahme | Prämie sofort vereinnahmt | § 20 Abs. 1 Nr. 11 S. 1 EStG. Sofort steuerbar bei Vereinnahmung. Keine Termingeschäft-Behandlung. |
| Short Close / Glattstellung beim Stillhalter | − negative Einnahme | gezahlte Prämie | § 20 Abs. 1 Nr. 11 S. 2 EStG. Saldiert pro Symbol mit der vereinnahmten Prämie (BMF Rn. 25). Kein Termingeschäftsverlust. |
| Long Close / Veräußerung Long-Option | ± Differenz | Schließungs- minus Eröffnungsprämie | § 20 Abs. 2 Nr. 3 Buchst. b EStG (Termingeschäft). BMF Rn. 24 / 31. |
| Verfall (Long, wertlos) | − Verlust | voller Prämienverlust | § 20 Abs. 4 S. 5 EStG, BMF Rn. 27/32 (BFH IX R 48-50/14, 12.01.2016). Wertloser Verfall ist erklärungspflichtig. |
| Stillhalter: Barausgleich | − Verlust | gezahlter Barausgleich | § 20 Abs. 2 S. 1 Nr. 3 Buchst. a EStG. Verlust aus Termingeschäft (BMF Rn. 34, BFH VIII R 55/13). |
| Ausübung / Zuteilung (Stillhalter Call/Put) | wirkt auf Aktie | Prämie wandert in den Basiswert | BMF Rn. 26 (Call): Prämie erhöht Veräußerungserlös. BMF Rn. 33 (Put): Prämie mindert AK des angedienten Basiswerts. Steuerwirkung erst beim späteren Aktienverkauf. |
Abschaffung des Termingeschäft-Verlusttopfs (JStG 2024)
Die ab 2021 geltende Sonderregelung in § 20 Abs. 6 Satz 5 EStG a.F., wonach Verluste aus Termingeschäften nur mit Gewinnen aus Termingeschäften und nur bis 20.000 € pro Jahr verrechnet werden durften, war von Anfang an verfassungsrechtlich umstritten (vgl. BFH-Beschluss VIII B 113/23 vom 7. Juni 2024). Mit dem Jahressteuergesetz 2024 hat der Gesetzgeber die Norm vollständig und rückwirkend für alle noch offenen Fälle gestrichen.
Es gibt damit weder einen separaten Verrechnungstopf für Termingeschäfte noch eine 20.000 €-Grenze. Optionsverluste fließen in den allgemeinen Verlusttopf und sind dort frei mit anderen Kapitalerträgen verrechenbar. BubbleTax ordnet die Beträge automatisch den aktuellen KAP-Zeilen zu.
Was vom Aktien-Topf bleibt
Aktien-Gewinne und -Verluste bleiben in einem isolierten Topf nach § 20 Abs. 6 Satz 4 EStG. Optionsverluste landen NICHT in diesem Topf, sondern im allgemeinen, und können dort sehr wohl mit Dividenden und Zinsen verrechnet werden.
Optionen fallen unter § 20 Abs. 2 Satz 1 Nr. 3 EStG (Termingeschäfte), Stillhalterprämien unter § 20 Abs. 1 Nr. 11 EStG. Die Verlustverrechnung richtet sich nach § 20 Abs. 6 EStG in der aktuell gültigen Fassung. Der frühere separate Verrechnungstopf für Termingeschäfte sowie die 20.000 €-Verlustverrechnungsgrenze (§ 20 Abs. 6 Satz 5 EStG a.F.) wurden durch das Jahressteuergesetz 2024 rückwirkend für alle offenen Veranlagungen aufgehoben. Bestehen bleibt allein der Aktien-Verlusttopf (§ 20 Abs. 6 Satz 4 EStG): Aktienverluste dürfen ausschließlich mit Aktiengewinnen verrechnet werden, Optionsverluste sind hiervon nicht betroffen.